Coronos

und die unerschrockenen Heinzel

ein Märchen von und mit dem Alpenfriede

 

Die Büroheinzel stürmten aufgeregt in die nächste heimliche, nächtliche Heinzelversammlung und legten einen riesen Stapel Briefe auf den Tisch. „Seht, all diese Nachrichten haben uns in der vergangen Woche erreicht. Sie sind von unseren Freunden aus der ganzen Welt. Sie drücken uns alle ganz fest die Daumen und hoffen genauso wie wir, dass wir dem schrecklichen Coronos bald Herr werden“! Das waren mal gute Nachrichten, die Heinzelfamilie freute sich so sehr und dem ein oder anderen kullerte sogar eine Träne übers Gesichtchen, bei dem Gedanken an das herzliche Wiedersehen mit allen Freunden und Gästen. Aber die Freude war leider nur von sehr kurzer Dauer…..Schon am nächsten Tag war die Stimmung getrübt. Coronos tobte und wütete wie schon lange nicht mehr. „ Glaubt ihr, er weiß Bescheid?“ fragte eines der neuen Heinzel zaghaft. „ Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben“, erwiderter Ihr Anführer entschieden. „ Wir dürfen nicht zulassen, dass jemand die schöne, heile Welt in Hochsölden zum Bröckeln bringt. Herz und Leidenschaft sind die Nägel, Fleiß und Ehrlichkeit der Hammer! Denkt immer daran!“ ermutigte der Oberheinzel die ganze Mannschaft…..aber dann kam alles ganz anders. Es geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte! Coronos holte sich Verbündetete an seine Seite. Die bitterbösen und kaltherzigen Schwestern Katastrophia und Lockdownia. Allein schon Ihre Anwesenheit ließ die Heinzelmädchen und Heinzelmännchen erzittern. Niemand wußte so genau wo sie herkamen. Aber es mußte ein eisiger, dunkler Ort sein, denn dort wo sie auftauchten, verbreiteten sie Chaos und Ungewissheit. Sie erließen Gesetze und Maßnahmen und immer wieder neue Regeln und Verordnungen. Dann wieder neue Maßnahmen, die die alten außer Kraft setzten und dann wieder Gesetze, die Gesetze für ungültig erklärten. Es war ein einziges heilloses Durcheinander. Hinter verschlossen Türen schmiedeten Coronos und die beiden Schwestern Katastrophia und Lockdownia einen neuen fiesen Plan. „ Wir müssen diese Heinzel zum Schweigen bringen“ hörte man Sie flüstern.

„Sie müssen aufhören, der Welt da draußen Hoffnung zu machen. Denn wir werden nie mehr von hier verschwinden!“ ….

Und ein angsteinflößendes, gemeines Lachen ließ die Heinzelfamilie erschaudern. 

Die Heinzel erschienen machtlos gegen so viel Willkür….

Es war ein Samstag, die Heinzelmädchen und Heinzelmännchen wurden zu Coronos gerufen. Da standen Sie nun. Jede und jeder für sich alleine auf einem am Boden markierten Punkt, ein Abstand von mindestens 2 Metern lag zwischen den Freunden. Sie fürchteten sich….fühlten sich alleine und hilflos….was jetzt wohl kommen würde? Katastrophia ergriff das Wort….den Heinzel stockte der Atem …. „Wir werden für die nächsten 3 Wochen die Lichter ausschalten, keine Freunde, keine Arbeit, keine Dekoration und kein kitschiges, herzliches Weihnachtsgerümpel. Aus mit Bändchen und Herzchen!“  „Oje sie wußten davon“, dachte eines der Heinzelmädchen und war den Tränen nahe.… ein fieses hämisches Grinsen war Katastrophia ins Gesicht geschrieben, als Sie Ihr Vorhaben weiter ausführte. „ Ihr könnt euch noch so anstrengen: Testen, auf Abstand gehen, mit Maß und Ziel handeln, Prioritäten abwägen, Unterschriften sammeln, Kontakte beschränken …. es wird euch nichts nützen!“ verkündete sie mit ihrer lauten, herrischen  Stimme. Lockdownia stand zufrieden neben Coronos, der den Moment seines Triumphs genoss.

Die Heinzelfamilie war wie erstarrt. Die Nachricht traf Sie wie ein Blitz.

„Aber unsere lieben Gäste, wir können doch nicht Weihnachten ausfallen lassen?

Es ist doch schon alles geplant. Und die Gäste freuen sich doch so sehr auf das Weihnachtsfest im Alpenfriede…und erst die Kinder. Wir wollten uns doch um ein hervorragendes Essen, die passende Dekoration, die Kekse, die Geschenke und die ganzen anderen Kleinigkeiten kümmern!“ …. Die Büroheinzel konnten sich kaum noch halten vor Zorn, Wut und Trauer. Verunsichert und müde legten sich die Heinzel an diesem Abend schlafen….Katastrophia  und Lockdownia hatten die Pläne der Heinzelfamilie durchschaut. Die beiden Schwestern  hatten Coronos schon davon überzeugt, dass die Heinzel zum Schweigen gebracht werden müssten, wenn der Plan die Welt in Coronos Ketten zu legen,  funktionieren sollte. „Wenn die Welt da draußen nichts mehr von den Heinzel hört, dann geben Sie die Hoffnung auf einem sorgenfreien Urlaub bestimmt auf“, davon waren Coronos und die beiden Schwestern überzeugt. Sie bliesen in Ihr Horn aus Eis und legten einen tiefen und eisigen Zauber über die Heinzelfamilie…



Als die Heinzel am nächsten Tag aufwachten,  gingen sie gelangweilt und stupide Ihren Aufgaben und Verpflichtungen ganz nach Vorschrift und ohne Freude und Hingabe nach. Niemand redete ….          keiner lächelte …. Es war ein Trauerspiel .... der Zauber hatte gewirkt ….

Was soll denn nun nur aus dem einst so schönen und warmen Ort, dem Hotel Alpenfriede, dort oben in den Bergen werden….. wir können nur auf ein Weihnachtswunder hoffen.


Fortsetzung folgt

in der nächsten Woche ...

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